Bonhoeffer_Gemeinde

 

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Aktuelles

 






Jahreslosung 2021

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!

Lukas 6,36



Christus spricht:
"Ich lebe und ihr sollt auch leben!"
Joh.Evangelium 14, 19


Seid fröhlich in Hoffnung, beharrlich im Gebet, standhaft in Bedrängnis. (Hanns Dieter Hüsch)

Lieber Vater im Himmel,

wir Menschen leben aus deiner Gnade. Du kennst uns, weißt um unsere Nöte und Ängste. Du siehst die Menschen, die hungern, die ihr Land verlassen müssen, die an Armut und Krankheit leiden. Du siehst deine bedrohte Schöpfung, das veränderte Klima, die leidenden Wälder, die sterbenden Vögel und Insekten. Das Jahr 2020 hat der Welt viel zugemutet und viele Veränderungen gebracht. Wir glauben, dass Du in allen Umbrüchen und Einschränkungen deine Hand nicht von uns nimmst, dass wir in aller Bedrohung behütet werden, dass du diese Welt erlöst hast und erlösen willst. Geh du mit uns, mit allen Menschen auf Erden, in das neue Jahr. Wir leben aus deiner Liebe und Barmherzigkeit, mit der du uns verändern und leiten willst. Lass uns dir vertrauen, mach du uns frei von Selbstüberschätzung und dem Kreisen um uns selbst. Die Welt, Gott, deine Schöpfung ist darauf angewiesen. Bleibe du bei uns auf den neuen Wegen. Amen

Bleiben Sie mit Gottes Segen zuversichtlich und gesund.
Ihre Pastorin Friederike Costa

 

Liebe Besucher unserer Gemeinde-website!

Coronabedingt können derzeit keine Gottesdienste oder Veranstaltungen mit Präsenz stattfinden. Ersatzweise finden Sie hier auf der website für jeden Sonntag eine Andacht aus unserer Gemeinde (Textfassung oder Video).

Die Kirchengemeinde Jena ermöglicht jeweils zentral am Sonntag um 10 Uhr einen Präsenz-Gottesdienst in der Stadtkirche St. Michael.

Für Seelsorgegespräche und für Kasualien ist Pastorin Friederike Costa jederzeit erreichbar unter der Telefonnummer: 0152 5353 1894. Die Christenlehre und die Konfirmandenstunde finden online statt.

Bleiben Sie bewahrt und gesund.
In herzlicher Verbundenheit Ihre Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde

Unser gemeindliches Informationsblatt "Gemeindespiegel" geben wir gern zusammen mit dem "Kirchenblatt" der Jenaer Kirchengemeinde in jede Familie (jährlicher Beitrag 4,- €). Es erscheint alle zwei Monate. Wenn auch Sie es regelmäßig beziehen möchten, wenden Sie sich bitte an_uns, oder Sie laden sich den aktuellen "Gemeindespiegel" als PDF-Datei hier_herunter (ca. 300 KB). Zum Lesen und Ausdrucken auf Ihrem Rechner ist das kostenlose Programm 'Acrobat Reader' geeignet.

Aktuelle Änderungen zu den Angaben des Gemeindespiegels werden auf unseren Seiten und im Gottesdienstplan in roter Farbe markiert bekannt gegeben.



 

 


Corona-Pandemie

Leider hat uns die Covid-19-Pandemie immer noch fest im Griff.

Das bedeutet für, dass bis auf Widerruf in unserer Gemeinde keine Veranstaltungen mit Präsenz von Gemeindegliedern oder Gästen stattfinden können. Das betrifft alle Gottesdienste und andere Veranstaltungen in den Kirchen und im Gemeindezentrum, auch solche im Freien.

Sonntagsandacht vom 24. Januar (Pastorin Costa).

Die Andacht wird in unseren Kirchen und dem Gemeindezentrum aufgezeichnet. Sie können sich die Andacht in Kürze durch Anklicken des Links
"Andacht_24.1."
anschauen und anhören. (Aufzeichnung und Gestaltung: Martin Felber)

Der Text dieser Andacht zum Nachlesen:

3. Sonntag nach Epiphanias 24.1.2021
Wir sind da. Gott ist da. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Epiphaniaszeit! „Wie schön leuchtet der Morgenstern voll Gnad und Wahrheit vor dem Herrn; die süße Wurzel Jesse“

Liebe Gemeinde,
Früh begann er zu leuchten in der Geschichte des Gottesvolkes – der so besungene Morgenstern, die süße Wurzel Jesse.
Neben Maria, der Mutter Jesse, haben es 4 Frauen in den Stammbaum Jesu geschafft: Tamar, Rahab, Rut und Batseba. Alle vier Stammmütter Jesu sind Ausländerinnen, Frauen, von denen wir hören, wie sie mit Liebe und List, mit Treue und Wagemut, mit Realitätssinn und feinem Gespür wichtige Lebensentscheidungen treffen.

Im heutigen Gottesdienst hören wir von der Moabiterin Rut, Urgroßmutter von König David. Mit ihr, die in ihrem jungen Leben viel Leid erfahren hatte, geht Gott ganz eigene Wege, und durch Rut kommt er zum Leuchten, der Morgenstern der Hoffnung.

Gebet:
Gott voll ungeahnter Möglichkeiten, du bist die Kraft der Schwachen und Elenden.
Du nimmst dich ihrer an und wendest die Not. Zu dir kommen wir und bitten:
Schenke allen Menschen den Mut, der Ängste überwindet, das Vertrauen, dass du uns hilfst, lass uns leben aus der Hoffnung, die du uns schenkst.
Das bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen


Lesung aus dem Buch Rut, Kapitel 1,1-19
Das Buch Ruth gehört zu den Perlen der biblischen Erzählkunst.
Ein Buch, das die Kraft hat, zu allen Zeiten Menschen zu berühren.
Gott wendet das Schicksal, er rettet und schenkt neues Leben.
Das kleine Buch Rut findet sich im Alten Testament. Nehmen Sie doch nachher ihre Bibel zu Hand und freuen sich daran, wie die Geschichte von Rut mit Gottes Hilfe zu einen guten Ende kommt.

Liebe Gemeinde
"God has changed my life! Gott hat mein Leben zum Guten gewendet!"
Diese Worte stammen von Ese Ogiemwonyi, einer Flüchtlingsfrau aus Nigeria, die wir vor 3 Jahren hier in unserer Gemeinde aufgenommen hatten. Sie ist Mutter von 4 kleinen Kindern, zwei Mädchen und Zwillingsjungen. Die Mädchen wurden hier in der Bonhoeffergemeinde getauft, die Jungs werden im Sommer in Saalfeld getauft, wo die Familie jetzt lebt.
"God has changed my life - Gott hat mein Leben zum Guten gewende!". Unrecht, Leid und Not hatten sie zur Flucht aus ihrer Heimat in Nigeria bewogen. Ihr beschwerlicher Weg führte sie schließlich hierher nach Jena und in unsere Gemeinde. Mein und unser Wunsch ist es, dass diese Familie mit Gottes Hilfe hier in Frieden wird bleiben, leben und arbeiten können.

"God has changed my life." Das könnte auch von Ruth stammen, einer jungen Frau aus dem Lande Moab, dem heutigen Iran. Ruth war verheiratet mit Kiljon, einem jungen jüdischen Mann aus Betlehem. Doch inzwischen ist sie Witwe.
Drei Frauen, Noomi, Orpa und Rut, so hörten wir, sind auf dem Weg von Moab nach Bethlehem. Sie müssen fort aus dem schönen Land östlich des Toten Meeres. Denn dort haben sie keine Zukunft mehr. Alle drei sind Witwen. Noomi ist die Schwiegermutter von Rut und Orpa.
Zehn Jahre zuvor waren Noomi und ihr Ehemann Elimelech von Bethlehem in Judäa nach Moab geflohen. Ihre Söhne Kiljon und Machlon waren mit dabei. Der Hunger hatte sie in die Fremde getrieben. Denn in Bethlehem war Hungersnot. Ausgerechnet in Bethlehem, das übersetzt »Brothausen« heißt. Eine unwirkliche Welt.
Sie waren fortgegangen in das benachbarte fremde Land, vor dem die alten Schriften warnten: Böse sei Moab, hart gegenüber Fremden und feindlich gegenüber Israel.
Aber Noomi und ihre Familie hatten gute Aufnahme gefunden. So ist das mit den Vorurteilen.

Nach einiger Zeit war Elimelech gestorben. Kiljon und Machlon heirateten Rut und Orpa, junge Frauen aus Moab. Dabei war es nach den Gesetzen des Moses verboten, moabitische Frauen zu ehelichen. Die Liebe war wohl stärker. Doch nun sind auch die beiden jungen Männer tot.
Damit hat Noomi keinen mehr, der für sie sorgt.
Zuhause in Bethlehem gibt es Verwandte, die sich um sie kümmern werden. Darum muss sie fortgehen, aber Rut, ihre eine Schwiegertochter bleibt bei ihr. Rut ließ sich nicht zur Umkehr bewegen. Bedränge mich nicht, dass ich dich verlassen soll. Wo du hingehst, da will auch ich hingehen, wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Nur der Tod wird dich und mich scheiden.
Was für eine schöne Liebeserklärung der jungen Frau an die alte Noomi.
Zurückgekehrt nach Betlehem wird Rut Boas begegnen, einem Verwandten von Noomi. Boas verhält sich fürsorglich gegenüber der jungen Ausländerin. Er schließt Rut, die junge Witwe in sein Herz und heiratet sie. Ihr Kind wird der Vorfahre des König Davids. So wendet Gott ihr Schicksal zum Guten.

Und noch eine Frau kommt mir in den Sinn. Eine Frau mit gleichem Namen. Ruth Hässler lernte ich kennen, als sie hochbetagt nach Winzerla zog und Anschluss in unserer Gemeinde suchte. „Mit zwei Pfarrern der Melanchthongemeinde habe ich nun schon meine Beerdigung besprochen, aber immer sind sie in Rente gegangen. Nun muss ich es mit Ihnen tun!“ So erzählte mir Ruth Hässler aus ihrem bewegten fast hundertjährigem Leben: Vom Verlust der Mutter im Alter von 2 Jahren, der neuen Familie des Vaters, ihrem Weggang nach Pommern, Lebensstationen in Danzig, Antwerpen, Köln, Brüssel, Wien und Danzig. Als Sanitätsschwester verließ sie im Januar 1945 als einzige Frau mit dem letzten Wehrmachtslazarettzug die Stadt Danzig. Sie ist schwanger mit ihrem ersten Kind, einer Tochter, die sie alleine zur Welt bringen muss. Ruth, die inzwischen ein Medizinstudium begonnen hatte, betreibt einen privaten Kindergarten. U.a. versorgt sie die Kinder eines Witwers, dessen Frau und Mutter von fünf Kindern durch einen tragischen Verkehrsunfall ums Leben gekommen war. 1947 heiraten die beiden. Aus der neuen Verbindung gehen zwei weitere gemeinsame Kinder hervor. Mit Gundula, einem Pflegekind, das die Familie schließlich adoptiert, sind es neun Kinder, die von Ruth Hässler großgezogen werden. Ich habe immer von 12 Kindern geträumt. Neun sind es immerhin geworden. Und 20 Patenkinder hat sie gehabt.
Im Seniorenkreis freuten wir uns , wenn sie von ihren abenteuerlichen Reisen erzählte, die sie bis nach Mexiko, Korea, China und Neuseeland führten. Unvergessen ist, wie sie eines Tages verkündete: die nächsten beiden Male komme ich nicht zum Seniorenkreis. Ich reise nach Zypern. Alleine.
Als wir sie nach ihrer glücklichen Rückkehr über die Reise befragten, waren wir einfach erstaunt, wie sie mit ihren 98 Jahren alles managte. Darauf hin befragt, antwortete sie: Wisst ihr, mir hilft der liebe Gott! Ein Leben lang habe ich mich auf ihn verlassen. Und er hat immer geholfen.

Ese aus Nigeria, Rut aus Moab, Ruth Hässler aus unserer Gemeinde – drei Frauen, die unterwegs waren auf den staubigen Wegen der Hungerflüchtlinge, Kriegsvertriebenen, Heimatlosen. Über ihnen leuchtet der Morgenstern der Hoffnung, weil sich Gott ihnen zugewandt und ihr Schicksal gewendet hat. Auch, gerade mit ihnen wird das Reich Gottes gebaut. Das durften wir heute hören und verstehen.

Es werden kommen von Osten und Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes. (Lukas 13,29)
Amen

Liebe Gemeinde,
Um Kollekte wird gebeten:
In dieser Woche sammeln wir für die Hospizarbeit. (Aus- u. Weiterbildung, Supervision von Haupt- und Ehrenamtlichen in der Hospizarbeit.)
Wie immer bitten wir aber auch um Spenden für die Arbeit in unserer Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde.
Bitte überweisen Sie Ihre Gaben auf folgendes Konto:

Ev.-Luth. Kirchengemeinde Jena-Bonhoeffergemeinde:
IBAN DE 415 206 041 000 080 112 73

Stichwort "Hospizarbeit" bzw. "Bonhoeffer" .

Sie können Ihre Spenden aber auch gern im Gemeindebüro Anna-Siemsen-Str.1 abgeben oder in den dortigen Briefkasten stecken.
(s. Kontakte)


Sonntagsandacht vom 17. Januar (Pastorin Costa).

Diese Andacht wurde in unseren Kirchen und dem Gemeindezentrum aufgezeichnet. Sie können sich die Andacht durch Anklicken des Links
"Andacht 17_1"
anschauen und anhören. (Aufzeichnung und Gestaltung: Martin Felber)

Predigttext für den 2. Sonntag nach Epiphanias, 17.1. 2021

Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. 2 Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen. 3 Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. 4 Jesus spricht zu ihr: Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. 5 Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. 6 Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maße. 7 Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. 8 Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt's dem Speisemeister! Und sie brachten's ihm. 9 Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam – die Diener aber wussten's, die das Wasser geschöpft hatten –, ruft der Speisemeister den Bräutigam 10 und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie trunken sind, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. 11 Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat. Es geschah zu Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.

 

Liebe Gemeinde,

so hören wir es beim Evangelisten Johannes zu Beginn des 2. Kapitels. Jesus verwandelt Wasser in Wein. Es ist das erste von sechs wunderbaren Zeichen, durch die Jesus sich als der Sohn Gottes und als Heiland der Welt zu erkennen gibt. Das Zeichen des Weinwunders kündet vom Vorgeschmack kommender Fülle. Es ist ein Hinweis für uns. Ein Hinweis auf die tiefere Wirklichkeit, wer dieser Jesus ist und wozu er in die Welt gekommen ist und wer ihn uns gesandt hat.

Nach der Verwandlung von Wasser in Wein sind die weiteren Zeichen, die Jesus tut, eine Krankenheilung, die Heilung eines Gelähmten, die Speisung der 5000, einem Blinden gibt er das Augenlicht und weckt Lazarus vom Tod auf. Das größte Zeichen aber ist seine eigene Auferstehung vom Tod.
Hinter allen diesen Zeichenhandlungen, liebe Gemeinde, steht bei Johannes eine unverwechselbare Botschaft: In Christus, und nur in ihm, können wir Gott selbst erkennen. Denn Christus ist der, der von Gott kommt. Bevor die Welt erschaffen wurde, war er schon bei Gott und zu ihm kehrt er zurück. Er ist das Licht und das Leben für die Menschen. Er ist zu uns gekommen, um uns den Weg zu Gott zu öffnen. So gesehen, schreibt Johannes sein Evangelium, damit wir Menschen zum Glauben kommen und im Glauben fest bleiben, dass Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist.

Wir hören das heutige Evangelium in einer Situation, in der wir nicht wissen, was die nächsten Wochen und Monate bringen werden. Vielleicht haben wir bald das Schlimmste überstanden, vielleicht werden wir aber noch viel Vorsicht, Hoffnung und Geduld brauchen, bis die Gefahr durch das Coronavirus überwunden ist. Während das Evangelium von einem Hochzeitsfest und dem fröhlichen Beisammensein vieler Menschen kündet, fühlt sich unser derzeitiges Leben eher wie ein großes Fasten an. Fasten von Kontakten, Fasten von Besuchen, Fasten auch in Bezug auf unser Gemeindeleben: bis auf die Stadtkirche sind die Gottesdienste ins Internet verlegt und bleiben die Gemeindehäuser genauso leer wie die Schulen und Universitäten. Etwas ungeahnt Fremdes ist in unser Leben hineingeplatzt, hat sich unter uns breit gemacht.
Waren im letzten Jahr alle Hoffnungen auf das neue Jahr, auf 2021 gerichtet mit den erhofften zurückgehenden Infektionszahlen und dem Beginn der Impfungen, so sind wir jetzt konfrontiert mit der Gefahr veränderter und noch viel ansteckenderen Formen des Coronavirus. Wir sind besorgt. Wir wünschen uns ein Zeichen.

In einer solchen Zeit der Ungewissheit ist es tröstlich und heilsam, sich an das Licht zu halten, das mit Christus in die Welt gekommen ist. Davon erzählt der heutige Text: Von Licht in düsteren Zeiten und von einem Ende, das gut ausgeht.
Johannes beginnt seine Erzählung des ersten Zeichens mit den Worten: Und am dritten Tag war eine Hochzeit. Aber das Fest gerät in Gefahr, denn der Wein ist ausgegangen. Doch dann tritt Jesus auf den Plan. Aus Wasser, das in den Krügen für die Reinigung nach jüdischem Gebrauch bereitstand, wird Wein. Wein im Überfluss. Wein, der so köstlich ist, dass es dem Speisemeister fast den Verstand raubt. Dieser Wein, so kann man es sehen, ist der Vorgeschmack der kommenden Fülle, die mit Jesus Christus in die Welt kommt. Der wunderbare Wein steht für den Anbeginn der messianischen Zeit. Gottes Verheißungen an sein Volk, sie kommen zur Erfüllung. Das Wasser, das zur Reinigung nach jüdischer Sitte bereitgestellt war, wird zum Wein des Evangeliums.
So gesehen, liebe Gemeinde, werden die Hochzeitsgäste zu Menschen, die Gottes Heil schmecken, sehen und hören können. So wie die Hochzeitsgäste werden auch wir beschenkt, Christus schenkt sich uns als das Wasser des Lebens, das unseren Lebensdurst zu stillen vermag. Eingeladen sind wir, Gäste zu sein beim Fest des Lebens, das Gott für uns bestimmt hat. Die Fülle und der Geschmack des Weines, den Jesus schenkt, es wird zum Zeichen einer neuen Schöpfung, zum Zeichen für das, was jetzt schon sichtbar ist und was noch kommen wird.
Unmittelbar vor diesem ersten Zeichen steht im Johannesevangelium das Versprechen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes herauf- und herabsteigen auf dem Menschensohn.

Und so, liebe Gemeinde, ist im Johannesevangelium die Freude an der Fülle, in gewisser Weise Programm. Es gibt Wein in wunderbarer Qualität und unglaublicher Fülle, Wasser für die Durstigen, Brot für die Hungrigen – Essen und Trinken, Sättigung für Leib und Seele.
Hunger, Not, Elend haben ein Ende, das Leben wird neu, bestrahlt von dem Glanz, den Gott über seiner Schöpfung ausgegossen hat. Wasser, Brot und Wein bekommen in Christus, bekommen in den Ich-bin-Worten des Jesus von Nazareth einen tiefen umfassenden Sinn: Christus, das Brot des Lebens für alle Menschen. Er ist der wahre Weinstock. Wer mit ihm verbunden bleibt, der bleibt mit Gott verbunden. In Christus, in seinem Kommen in unsere Welt, das wir vor wenigen Wochen gefeiert haben, ist die Herrlichkeit Gottes zu uns herabgestiegen.

Ich lese das erste Zeichen des Messias auch mit dem Blick auf die bevorstehende Passionszeit. Meine Stunde ist noch nicht gekommen, hören wir Jesus zu seiner Mutter sagen. Er, der das Zeichen des Weinwunders tut, wird schließlich selbst zum Zeichen. Sein Tod am Kreuz und seine Auferweckung werden zum Zeichen für den, der den Tod überwand und für uns, die wir an ihn glauben.

Die Hochzeit wird nicht abgesagt. Wein ist da, der Bräutigam wartet auf seine Braut und die Braut hören wir vertrauensvoll sagen: Maranatha, Komm, Herr! Von Johannes haben wir diese Geschichte. Er lädt uns ein zum Glauben an Christus.
Er weist uns den Weg vom Zeichen des Weinwunders zu dem, der das Zeichen tut, und zu dem, der das Zeichen ist: Jesus Christus, Sohn Gottes, der uns den Weg zum Vater weist. Ihm gehen wir entgegen.
„Wer aufbricht, der kann hoffen, in Zeit und Ewigkeit,
Die Tore stehen offen, das Land ist hell und weit."
Amen

(Friederike Costa)

 

Sonntagsandacht vom 10. Januar (Almuth Müller).

Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.

Liebe Bonhoeffergemeinde, mit diesem Wochenspruch begrüßen wir Sie herzlich am ersten Sonntag nach Epiphanias.

Predigttext:
Das Leben als Gottesdienst

Ich ermahne euch nun, Brüder und Schwestern, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr euren Leib hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, dass niemand mehr von sich halte, als sich's gebührt, sondern dass er maßvoll von sich halte, wie Gott einem jeden zugeteilt hat das Maß des Glaubens. Denn wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied. Wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat jemand prophetische Rede, so übe er sie dem Glauben gemäß. Hat jemand ein Amt, so versehe er dies Amt. Ist jemand Lehrer, so lehre er. Hat jemand die Gabe, zu ermahnen und zu trösten, so ermahne und tröste er. Wer gibt, gebe mit lauterem Sinn. Wer leitet, tue es mit Eifer. Wer Barmherzigkeit übt, tue es mit Freude.

Liebe Gemeinde!
Vor kurzem habe ich ein Gespräch zwischen zwei Patientinnen im Krankenzimmer mitgehört. Die eine bedauerte, dass sie so sehr auf Hilfe angewiesen sei.
Ich denke, wir alle können das nachvollziehen. Wir fürchten uns nicht nur davor, völlig abhängig zu werden. Sondern vor allem auch davor, selbst nichts mehr geben zu können.

Die andere Frau im Krankenzimmer hielt allerdings dagegen, obwohl in einer ähnlichen Lage: „Etwas kann ich immer noch tun“, so meinte sie: „Ich bete für meine Leute. Die haben so viel zu tun in ihrem Alltag, dass sie nicht zum Nachdenken kommen. Ich aber habe hier Zeit. Ich mache mir Gedanken und bringe die Anliegen vor Gott“.

Ich persönlich habe immer wieder erlebt, dass Gebete viel bewirken und denke daher, dass diese Patientin wirklich ihren Lieben sehr viel Gutes tut, wenn sie deren Anliegen im Gebet vor Gott bringt.
Sie dient damit nicht nur ihren Angehörigen, sondern auch sich selbst. Denn auch das ist richtig: Beten verändert Menschen. Und veränderte Menschen verändern die Welt. Es ist eben ein Unterschied, ob sich ein Mensch als hilflos und damit auch als sinnlos erlebt. Oder ob jemand für sich die Einstellung haben kann: Ich bin mit dem, was ich zu geben habe, immer noch wertvoll.

Paulus erinnert uns im Predigttext genau daran, wenn er sagt: „Ihr habt verschiedene Gaben, setzt sie ein. Und erkennt in diesen Gaben die Gnade Gottes, die euch selbst zuteil geworden ist.“ Werdet Euch also, indem Ihr selbst abgebt von dem was Ihr habt, bewusst darüber wie viel Ihr habt. Werdet dankbar und letztlich auch reich, indem Ihr gebt.

Vielen Menschen waren und sind in diesen Zeiten die Hände gebunden. Viele können und dürfen das nicht mehr geben, was sie zu geben hätten. Ins Haus einladen? Ein Ehrenamt ausüben? Menschen besuchen?

Auch Paulus damals waren die Hände gebunden. Es war ihm nicht möglich, seine Gemeinden, die so weit auseinanderlagen, zu besuchen. Immer wieder musste er seine Reisen unterbrechen, weil ihn eine Krankheit dazu zwang, weil er festgenommen wurde, weil er Schiffbruch erlitt. Immer wieder war er auf Hilfe angewiesen. Und doch hat er wie kaum ein anderer Menschen erreicht und ermutigt, christliche Gemeinden gegründet und sie lebendig erhalten.
Wie er das gemacht hat, davon lesen wir in seinen Briefen. Und damit ist schon eine Antwort gegeben auf die Frage, wie er es geschafft hat, die Menschen zu erreichen trotz aller Widrigkeiten: Er hat Briefe geschrieben. Eine Möglichkeit, die auch uns gegeben ist. In der Isolation, in der Einschränkung durch eine Krankheit. Ich meine, ich hätte noch nie so viele Karten erhalten und geschrieben wie an Weihnachten 2020. Ein Dank an dieser Stelle an alle, die diese Post weitergeleitet und zugestellt haben.

Paulus hat Briefe geschrieben. Und er hat sich, wie wir heute sagen: „gut vernetzt“, er hat also, trotz weiter räumlicher und zeitlicher Entfernungen den Kontakt gehalten zu seinen Leuten. Sicherlich hat er auch das getan, was die Patientin im Krankenhaus als ihre ganz persönliche Gabe erkannt hat:
Er hat die Anliegen seiner Mitmenschen im Gebet vor Gott gebracht.
Eine weitere Gabe hatte Paulus, aus der auch wir lernen können: Er hat sich Pausen gegönnt, gönnen müssen. Immer wieder wird berichtet, dass ihn eine Krankheit gezwungen hat, innezuhalten. Bei Freunden zu bleiben, bis er wieder zu Kräften gekommen war. Hilfe anzunehmen. Das ist eine Fähigkeit, die viele von uns erst sehr mühevoll lernen.
Und dann auch dies: Paulus hat in schweren Zeiten den Mut nicht verloren, sondern auf Gott vertraut. Wenn es hart auf hart kam, hat er sich das ins Gedächtnis gerufen: „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen“ (1.Kor 15,10)

Das ist ein „vernünftiger Gottesdienst“ in Zeiten, in denen über die Durchführbarkeit und Bedeutung von Gottesdiensten ganz neu diskutiert wird. Können wir Gottesdienste halten, ist es wichtig? Ich halte es für richtig und wichtig. Jedoch sollen wir nicht egoistisch sein und sonntägliche Präsenz einfordern. Denn darüber hinaus gibt es eben auch den Gottesdienst, der mehr ist als das sonntägliche Treffen im Kirchengebäude. Der Gottesdienst, der darin besteht, dass wir unsere Möglichkeiten füreinander lebendig werden lassen. Unser christlicher Glaube und die Art, ihn zu leben, ist immer in Bewegung. Wir sind niemals fertig. Etwas, was sich gestern noch als guter Weg herausgestellt hat, kann heute schon nicht mehr passen. Aber Paulus traut seinen Leuten das zu, dass sie ihre Gaben füreinander lebendig werden lassen in ihrer jeweiligen Zeit und unter den jeweiligen Bedingungen. Und: In ihrem jeweiligen Kontakt zu Gott.

Was möchte Gott von mir in diesen Zeiten? Mit welchen Gaben rüstet er mich aus?
Was kann ich jetzt tun? Und was lasse ich besser bleiben?

Das sind Fragen, die sich Paulus und seinen Leuten täglich neu stellten. Und das sind Fragen, die sich uns täglich neu stellen.

Was möchte Gott von uns? Er möchte, dass wir nach seinem Willen fragen und seine Antwort für uns hören.
Und wie können wir seine Antwort in unserem Leben hören? Paulus beantwortet das so: Indem wir bescheiden und maßvoll leben. Indem wir unsere Gaben füreinander einsetzen, einander dienen und in dem, was wir tun, sorgfältig sind. Indem wir einander vom Glauben erzählen und ohne Hintergedanken geben und mitfühlend sind. Indem wir miteinander auch über unsere Zukunft bei Gott und den Menschen sprechen.
Sind das nicht Antworten, die auch uns heute ansprechen?
Wir sind von Gott mit Gaben ausgestattet. Paulus in Kleinasien. Die römische Gemeinde in Europa. Wir heute. Wir sind Teil des Leibes Christi über die zeitlichen und räumlichen Entfernungen hinweg. Auch die, die nicht zu unserer Gemeinde vor Ort zählen, die vielleicht weit weg wohnen und deren Schicksal uns nur über die Fernsehnachrichten erreicht, sind Teil dieses Leibes. Auch das ist unser vernünftiger Gottesdienst, die nicht zu vergessen und sehr genau zu überlegen, was wir für sie tun können. Auch hier gilt: Füreinander beten, sich selbst nicht überschätzen, füreinander einstehen in Wort und Tat.

Möchten wir das im neuen Jahr, das uns hoffentlich viel Gutes bringt, nicht vergessen, was wir im alten mühevoll lernen mussten: Wie sehr wir weltweit zusammengehören und aufeinander angewiesen sind.

Gott schütze uns und alle und lasse uns miteinander lebendig bleiben in seinem Auftrag und in seinem Namen.

AMEN

Gebet:

Wir bitten Dich für alle, die verängstigt sind wegen des Corona-Virus: Beschütze sie und gib ihnen neuen Mut!
Wir bitten Dich für Die, die in Quarantäne gehen mussten: Lass sie die Zeit der Trennung nicht zu belastend erfahren, sondern neue Möglichkeiten entdecken!
Wir bitten Dich für die Eltern von Kindern und Jugendlichen, auch unter uns: Gib ihnen Geduld, Kreativität und Freude mit ihren Kindern!
Wir bitten Dich für die Älteren und allen, die mit ihnen zu tun haben: Bewahre sie vor Ansteckungen und den Schäden der Distanzierung!
Wir bitten Dich für alle, deren wirtschaftliche Existenz durch Corona bedroht wird: Lass sie Hilfe und Solidarität erfahren.
Wir bitten Dich für Ärzte und Pflegepersonal in Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen und für alle, die mit den besonders Gefährdeten arbeiten: Gib ihnen gute Worte, Gelassenheit und Beherztheit!
Wir bitten dich für alle, die in diesen Tagen Entscheidungen treffen und umsetzen müssen, die ihnen schwer fallen: Gib ihnen Deinen Geist der Besonnenheit, der Kraft und der Liebe!
All das, was wir darüber hinaus erbitten, fassen wir zusammen in den Worten Jesu:
Vater Unser...

Es segne und behüte Euch
Der Vater
Der Sohn
und
der Heilige Geist
AMEN